Letzte Aktualisierung: 02.06.2016
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MUND-/RACHENRAUM


Schlüsselwörter: Kehlkopf, Lippen, Mandeln, Mundhöhle, Schlucken, Verdauungsapparat, Zähne, Zunge

Wie ist der Mund- und Rachenraum aufgebaut?

Der Mund stellt den obersten Teil des Verdauungsapparates dar und wird in den Mundvorhof und die eigentliche Mundhöhle unterteilt.
Der Mundvorhof ist der Raum zwischen Lippe, bzw. Wange und der Zahnreihe.
Die Mundhöhle wird an den Seiten durch die Zähne, nach oben durch den Gaumen und nach unten durch die Zunge und die Mundbodenmuskulatur begrenzt. Der Gaumen trennt die Nasenhöhle von der Mundhöhle und gliedert sich in zwei Abschnitte: Den harten und den weichen Gaumen.
Der harte Gaumen bildet die vorderen zwei Drittel des Gaumens und wird von drei Knochen gebildet. Mundhöhlenwärts ist er von Schleimhaut bedeckt und wirft mehrere starre Querfalten auf, die der Nahrung als Reibe dienen.
Der weiche Gaumen bildet das hintere Drittel des Gaumens und besteht aus Gaumensegel und Gaumenzäpfchen. Die Schleimhaut enthält zahlreiche Gaumendrüsen, die durch ihre schleimigen Absonderungen das Essen gleitfähig machen.
In der Mundhöhle gibt es zahlreiche Speicheldrüsen: Drei große Speicheldrüsen - die Ohrspeichel-, Unterkieferspeichel- und Unterzungendrüse und zahlreiche weitere kleine Speicheldrüsen in der Wand der Mundhöhle.

Die Lippen werden in eine Ober- und Unterlippe unterteilt. Innerhalb der Lippen liegt ein ringförmig verlaufender Muskel, der unter anderem für das Saugen, Sprechen und Kauen von großer Bedeutung ist. Die Wange wird von einem Muskel gebildet, der vor allem für den Saugakt von Bedeutung ist.

Die Zähne sind in zwei Zahnbögen angeordnet, wobei der obere Zahnbogen vom Oberkieferknochen und der untere vom Unterkieferknochen getragen werden. Das Milchgebiss besteht aus 20 Milchzähnen und das bleibende Gebiss aus 32 Zähnen. Davon liegen in jeweils einer Kieferhälfte beim Milchgebiss zwei Schneidezähne, ein Eckzahn und zwei Mahlzähne, beim bleibenden Gebiss zwei Schneidezähne, ein Eckzahn, zwei Backenzähne und drei Mahlzähne.

Die Zunge ist ein etwa 5 cm langer und 4 cm breiter Muskelkörper, der mit dem Mundboden verwachsen ist. Sie wird unterteilt in die Zungenspitze, den Zungenrücken und dem Zungengrund. Am Zungengrund liegt die Zungenmandel, die zum Abwehrsystem gehört. Die Unterseite der Zunge ist glänzend. In deren Mitte liegt das Zungenbändchen. Auf der Schleimhaut von Zungenrücken und Zungenrand befinden sich zahlreiche warzenförmige Erhebungen. Diese verleihen der Zunge ihre raue Oberfläche und sind zum Teil mit Geschmacksknospen ausgestattet.

Als Rachen wird der Raum bezeichnet, der hinter dem Mund und der Nase liegt und einen gemeinsamen Abschnitt des Speise- und Luftweges darstellt. Er ist ein ca. 12-14 cm langer, muskulärer Schlauch und wird in einen Nasen-, Mund- und Schlundrachen unterteilt. Der Rachen geht im Bereich des Halses hinten in die Speiseröhre und vorne in die Luftröhre über. Speisebrei- und Atemluftweg kreuzen sich am Kehlkopf, der die beiden Wege voneinander trennt.

Der Nasenrachen ist über den Nasen-Rachen-Gang mit der Nasenhöhle verbunden. In den Nasenrachen münden die Ohrtrompeten, die das Mittelohr mit dem Rachen verbinden.
Zwischen Mund- und Nasenrachen liegt der weiche Gaumen. Durch das Gaumenzäpfchen wird der Nasenrachen gegen den Mundrachen verschlossen, damit keine Nahrung in die Nase gelangen kann. Der Rachen ist von einer Schleimhaut ausgekleidet, in der die Mandeln eingebettet sind (im Nasenrachen die Rachenmandel und im Mundrachen die paarigen Gaumenmandeln).

Welche Funktion hat der Mund- und Rachenraum?

Der Mund stellt den obersten Teil des Verdauungsapparates dar. Er ist die Körperöffnung, durch die Nahrung aufgenommen wird. Die in der Mundhöhle befindlichen Zähne, sowie die Zunge sorgen für eine mechanische Zerkleinerung, Durchmischung und Formung der Nahrung.
Die Zunge dient neben der Beförderung von Speise auch als Geschmacksorgan. Als Geschmacksempfindungen lassen sich süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden.
Zudem dient die Zunge der Lautbildung beim Sprechen. Beim Säugling unterstützt sie den Saugakt, indem sie einen Unterdruck erzeugt.
Die Zungenmandel gehört zum Abwehrsystem des Körpers. Die Speicheldrüsen produzieren am Tag in etwa 1500 ml Speichel. Der größte Teil davon wird im Darm wieder rückresorbiert. Die Speichelausschüttung wird durch die Kaubewegung und psychische Reize angeregt. Der Speichel dient der Befeuchtung der Mundhöhle, der Verflüssigung des Speisebreis, der Selbstreinigung der Mundhöhle, der Einleitung der Verdauung und als Lösungsmittel für die Geschmacksstoffe.

Der Rachen stellt die Verbindung zwischen Nasenhöhle und Luftröhre sowie zwischen Mundhöhle und Speiseröhre dar. In seinem Bereich überkreuzen sich der Atem- und der Speiseweg.
Der Nasenrachen dient als Luftweg. Der Mundrachen stellt einerseits einen Teil des Luftweges dar, andererseits ist er am Schlucken der Nahrung und an der Stimmgebung beteiligt. Der Halsrachen dient in erster Linie der Schluckfunktion.

Um ein Einatmen von Nahrungsbestandteilen zu verhindern, zieht sich beim Schlucken die Muskulatur des Rachens zusammen und transportiert die zerkauten Nahrungsreste nach unten in die Speiseröhre. Zugleich wird durch das Zusammenziehen der Muskulatur der Kehldeckel über den Kehlkopf gezogen und dieser somit abgedichtet.
Die Mandeln gehören zum Abwehrsystem und dienen der Bekämpfung von Krankheitserreger.

Welche Krankheiten gibt es häufig im Mund- und Rachenraum?

Entzündungen (Zahnfleisch, Zahnhalteapparat, Mundschleimhaut, Mandeln)
Karies
Pilzinfektionen
Tumoren
Polypen
Schlucklähmung
Tumoren
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