Letzte Aktualisierung: 02.06.2016
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HAND


Schlüsselwörter: Beugesehnen, Finger, Handgelenk, Handmuskeln, Handskelett, Karpaltunnel, Strecksehnen

Wie ist die Hand aufgebaut?

Die Hand besteht aus insgesamt 27 Knochen.
Sie lässt sich in drei Teile gliedern: Die Handwurzel, die daran anschließende Mittelhand mit Handfläche und Handrücken und die am Ende ansetzenden Finger.
Das Handskelett besteht aus den Handwurzelknochen, die in zwei Reihen hintereinander liegen, den Mittelhandknochen und den Fingerknochen. Die Handwurzelknochen sind untereinander über Bänder verbunden, ebenso wie die Handwurzelknochen mit den Mittelhandknochen. Die Fingerknochen sind durch Gelenke flexibel verbunden.
Die Haut des Handrückens ist in der Regel dünn. Durch die Haut sind auf dem Handrücken Venen und die langen Strecksehnen zu sehen. Die Strecksehnen sind von einer bandartigen Struktur überzogen und werden von Sehnenfächern unterteilt und geführt.
Die Haut der Handfläche ist kaum verschieblich und wesentlich dicker. Für die Handfläche ist kennzeichnend, dass ein mittiger Teil als Handteller von zwei Muskelwülsten, dem Daumen- und Kleinfingerballen, umgeben wird. Der Handteller kommt dadurch zustande, dass die Handwurzel- und Mittelhandknochen im Bereich der Handfläche durch einen straffen Bandapparat derart miteinander verbunden werden, dass eine schalenartige Hohlhand zustande kommt, die ein festes Widerlager bei der Greiftätigkeit der Hand bilden kann. In der Hohlhand liegt zwischen der Haut einerseits und den Beugesehnen und Nerven der Hand andererseits eine strangförmige Bindegewebeschicht, die beim festen Zugreifen oder beim Sturz auf die Hand die darunter liegenden empfindlichen Sehnen und Nerven schützt.

Der Karpaltunnel stellt eine tunnelartige Verbindung im Bereich des Handgelenks zwischen Vorderarm und Mittelhand dar. Wenn wir das Handgelenk von der Handfläche her betrachten, wird der Boden des Karpaltunnels durch die knöchernen Anteile der Handwurzel gebildet. Darüber ist ein breites Band zwischen der Muskulatur des Daumenballens und des Kleinfingerballens ausgespannt. Durch den Karpaltunnel ziehen alle neun Beugesehnen mit ihren Sehnenscheiden gemeinsam mit dem Mittelarmnerv.

Die über Gelenke miteinander in Verbindung stehenden Knochen der Hand werden über insgesamt 33 Muskeln bewegt. Ein Großteil hat seinen Ursprung im Unterarm und entsendet lediglich seine Sehnen in die Hand. Bei den kurzen Handmuskeln unterscheidet man die speichenseitige Muskulatur des Daumenballens, die ellenseitigen Muskulatur des Kleinfingerballens, sowie die Muskulatur der Hohlhand.

Die Hand wird von drei Nerven versorgt: Dem Mittelarmnerv, dem Ellennerv und dem Speichennerv. Der Mittelarmnerv ist für die Innervation eines Großteils der Daumenballenmuskulatur verantwortlich sowie für zwei kurze Muskeln der Mittelhand. Der Ellennerv innerviert die Kleinfingerballenmuskulatur sowie die meisten kurzen Muskeln der Mittelhand. Der Speichennerv versorgt alle Streckmuskeln des Handgelenkes. Darüber hinaus sorgen sie für die Gefühlsempfindung der Hand und sind somit entscheidend für die Feinmotorik.

Welche Funktion hat die Hand?

Die Hand ist ein einzigartiges Gebilde, das den Menschen zum Tasten und Greifen befähigt. Sie besitzt eine große Bewegungsvielfalt und Präzision. Grundsätzlich stehen dem Menschen zwei verschiedene Griffarten zur Verfügung: der Kraftgriff und der Präzisionsgriff. Die Art des verwendeten Griffes richtet sich nach Größe, Gewicht und Form des zu greifenden Gegenstandes. Der Kraftgriff wird für schwere und große Gegenstände angewendet, der Präzisionsgriff für kleine oder zerbrechliche Objekte. Beim Kraftgriff befindet sich der Daumen gegenüber der Handfläche, so dass schwere Gegenstände umfasst werden können. Beim Präzisionsgriff erfolgt die Haltung und Führung der Gegenstände durch Daumen und Zeigefinger. So kann die zwischen ihnen ausgeübte Kraft präzise angepasst werden. Im Regelfall wird die Hand einer Seite für kompliziertere Bewegungsabfolgen bevorzugt, man spricht daher von Rechts- und Linkshändern.

Welche Krankheiten kommen an der Hand häufig vor?

Entzündungen (Nagelbett, chronisch bei Rheuma)
Verletzungen (Knochenbrüche, Sehnen- und Nervenverletzungen)
Engpasssyndrome (Springender Finger, Einengung im Bereich des ersten Strecksehnenfaches)
Nervenengpasssyndrome (Karpaltunnelsyndrom, Loge-de-Guyon-Syndrom)
Gelenkverschleiß (v. a. End- und Mittelgelenke)
Dupuytren-Kontraktur
Tumoren (Überbeine bzw. Ganglien, Riesenzelltumoren, Knorpelzelltumoren)
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